Kurze Chronik des Burschenverein Darshofen

Die Ortschaft Darshofen kann auf eine mehr als 1000jährige Geschichte zurückblicken: „Tarschuss“ lautete die erste Bezeichnung, die aus dem Jahre 912 n. Chr. stammt. Blättert man in der Chronik, stößt man auf eine bewegte Vergangenheit (als Eichstätter Grenzpfarrei wurde Darshofen seinerzeit wegen Patronatsstreitigkeiten hin- und hergerissen), ehe das Datum 06. Juli 1930 ins Auge fällt! Genau an diesem Datum wurde der Burschenverein Darshofen gegründet.

Am 6. Juli 1930 wurde er gegründet, der Burschenverein Darshofen, der seine anfänglichen Aktivitäten vor allem aufs Theaterspielen verlegte. 

Die ersten Mitglieder, die in eine Position zur Vereinsführung gewählt wurden, waren:

  1. Vorsitzender Michael Ferstl, Darshofen
  2. Vorsitzender Johann Eglmeier, Gastelshof
  Kassier & Schriftführer Jakob Schwarzer, Darshofen
  Beirat Stephan Knipfer, Ortspfarrer von Darshofen
  Beirat Josef Holnberger, Darshofen

 

Auf Initiative von Ferstl bauten sich die Vereinsmitglieder im Gasthaus Knerr eine Theaterbühne. Zur Premiere führten sie ein Volksstück in drei Akten auf mit dem Titel: „Die Gebirgskur“. Bis 1934 waren die Planken der Wirtshaus–Bühne bei acht Aufführungen für die Burschen die Bretter gewesen, die auch ihnen die Welt bedeuteten. Doch nun war der Höhenflug beendet, nämlich ein Jahr nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Das Ende des Burschenvereins war (vorerst) gekommen. Grund: Dem Nazi-Regime waren anscheinend selbst an sich so harmlosen „Stückln“ wie „Der doarbe Simmerl“ oder „Die Schusterbuam“ ein Dorn im Auge.

Die Burschenvereine wurden verboten. Für die nächsten elf Jahre waren Hitler-Jugend und ähnliche paramilitärische Organisationen „in“.

Die Aufnahme zeigt die Theaterspieler mit der Vorstandschaft des Vereines am 16. Oktober 1932

 

Doch am 30. April 1950 stand der Burschenverein wieder wie der Phönix aus der Asche auf, man setzte die alte Tradition fort. 

Bis nach dem Krieg herrschte gezwungenermaßen „Sendepause“. Doch dann ließen einige jungen Männer den Burschenverein unter dem „Kommando“ von Ludwig Rödel und Michael Rauch im Jahre 1950 noch am 30.April in der Stamm"kneipe", dem Gasthaus Knerr, wieder aufleben. Auch sonst knüpften sie an die bewährten Gepflogenheiten an: Theaterspielen, Wahrung alter Dorfbräuche, wie Kirwabaum- Aufstellen, Johannisfeier, Beteiligungen an Prozessionen, Ausflüge, Tanzveranstaltungen und Vereinsfeiern. Diese Tradition besteht noch heute.

Die Theaterspieler des Volksstücks " 's Trauringl " vom 26. November 1955

 

   
Theateraufführung von 1959  Stüberlball beim Feuerwehrhauptmann

 

Die Akteure vom Theater 1980 "Zwoa harte Nüß"

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